Wenn es im Mund brennt – auch Dentalmaterialien können Allergien auslösen

Pressemitteilung
Kuratorium perfekter Zahnersatz (KpZ): Risiko steigt mit der Anzahl verwendeter Materialien

Wunde Stellen, Ekzeme, Brennen im Mund: Oft handelt es sich dabei um eine Allergie. Schätzungen zufolge leidet jeder dritte Deutsche unter solchen Abwehrreaktionen des Körpers. Die Suche nach einer Ursache ist häufig schwierig: Über 20.000 unterschiedliche Auslöser sind bekannt. „Materialien, die bei Zahnersatz verwendet werden, können dazu gehören“, berichtet Professor Hans-Christoph Lauer, Leiter des wissenschaftlichen Beirats des Kuratoriums perfekter Zahnersatz (KpZ).

Die moderne Zahnmedizin und Zahntechnik bieten heute viele verschiedene Optionen – von Klebern, Zementen und Abformmaterialien über Kunststoffe und Keramiken hin zu Amalgam, Gold, Titan und Legierungen (Mischungen verschiedener Metalle). „Es kommt vor, dass ein Patient bis zu zwanzig verschiedene Materialien im Mund hat. Dadurch erhöht sich das Risiko einer allergischen Reaktion“, sagt Professor Jürgen Geis-Gerstorfer, der wie Lauer dem wissenschaftlichen Beirat des KpZ angehört. Der Experte für Dentale Materialien leitet die Sektion Medizinische Werkstoffkunde und Technologie am Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Eberhard-Karls-Universität in Tübingen.

„Meine Nickelallergie ist viel schlimmer geworden. Liegt das möglicherweise an den Metallsteckverbindungen meines neuen Zahnersatzes?“, wollte kürzlich ein Patient wissen. Nickel hat tatsächlich eine hohe Allergene Potenz, sehr viele Menschen reagieren darauf. Lauer: „Der behandelnde Zahnarzt ist bei solchen Fragen wichtiger Ansprechpartner. Er kann Auskunft darüber geben, welche Werkstoffe in welchem Anteil für die Legierung eingesetzt wurden.“

Wichtig: Informationen über verwendete Materialien aufbewahren
Allergiker sollten ihre Zahnarztpraxis vor einer Therapie über kritische Materialien oder Medikamente in Kenntnis setzen. Da Zahnersatz Jahre und oft sogar Jahrzehnte im Mund verbleibt, raten die Experten des KpZ außerdem, Informationen über den Zahnersatz gut aufzuheben. Die verwendeten Materialien sind in der so genannten Konformitätserklärung aufgeführt. Zahnärzte sind verpflichtet, sie ihren Patienten bei einer Versorgung mit Zahnersatz am Ende der Behandlung auszuhändigen. „Der Zahnarzt kann dann bei nachfolgenden zahntechnischen Arbeiten nachvollziehen, welche Materialien bereits eingesetzt sind“, erklärt Geis-Gerstorfer. Er empfiehlt, das Thema Materialien vor einer Therapie offen mit dem Zahnarzt zu besprechen.

Tipps rund um Zahnersatz und Allergien

Brennen im Mund: Wenn es im Mund zu brennen scheint, sprechen Fachleute von Glossodynie oder vom Burning Mouth Syndrome (BMS). Fünf Prozent der Deutschen kennen das Problem, schätzen Ärzte. Hintergrund kann auch eine Allergie auf Dentalmaterialien, Nahrungsmittel, Zahnpasta oder Mundwasser sein.
Keramik ist sehr gut verträglich. Vollkeramik sieht dem natürlichen Zahnschmelz täuschend ähnlich und gilt als besonders bio-kompatibel. Allergien gegen das körperfreundliche Material sind keine bekannt. Keramik kann als Inlay, Onlay/Teilkrone, Vollkrone oder für Brücken verwendet werden – sogar Implantate sind möglich.
Konformitätserklärung gibt Patienten Auskunft und Sicherheit. Konformitätserklärung – ein Zungenbrecher, der das Leben leichter macht: In diesem Dokument sind Details der verwendeten Dentalmaterialien aufgeführt. Besonders wichtig ist das beispielsweise dann, wenn später einmal weitere Versorgungen aus metallischen Werkstoffen anstehen: Legierungen (Mischungen verschiedener Metalle) können sich elektro-chemisch unterscheiden. Entsteht im Mund ein „Metallmix“, kommt es möglicherweise zu Unverträglichkeiten. Mit der Konformitätserklärung können Patienten, Zahnarzt und Dentallabor gemeinsam die optimale Versorgung planen.
Gut informiert über Zahnersatz: Interessantes und Wissenswertes rund um Zahnersatz bietet das Patientenportal des Kuratoriums perfekter Zahnersatz: www.zahnersatz-spezial.de.