Über den Nutzwert von Cochlea-Implantaten (CI) als Neuroprothesen

Schwerpunkt Kommunikationsstörungen der Hals-, Nasen-, Ohren-Klinik der Universitätsmedizin Mainz informiert am 15. Juni 2013

(Mainz, 11. Juni 2013, br) Aus Anlass des achten CI-Tages der Deutschen Cochlear Implant Gesellschaft e.V. informiert der Schwerpunkt Kommunikationsstörungen der Hals-, Nasen-, Ohren-Klinik der Universitätsmedizin Mainz über die Versorgung mit einer Innenohrprothese, dem sogenannten Cochlea-Implantat (CI). Ebenfalls auf dem Programm stehen Vorträge über den aktuellen Forschungs- und Technologiestand zu diesem Thema, was es Patienten bringt, wenn sie an einer Studie teilnehmen sowie über praktische Aspekte im Umgang mit technischen Kommunikationsmitteln. Die Veranstaltung „Was bringt die Forschung der CI-Patientin und dem CI-Patienten?“ findet statt am 15. Juni 2013 von 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr im großen Hörsaal des Gebäudes 102 der Universitätsmedizin Mainz, Langenbeckstr.1, 55131 Mainz. Eingeladen sind alle Interessierten, schwerhörige Patienten, Eltern von schwerhörigen Kindern, Logopäden und Ärzte. Der Eintritt ist frei.

Das Cochlea Implant ist eine teilweise implantierbare elektronische Innenohrprothese, die ausgefallene Funktionen des Innenohres ersetzen kann. Sie dient der Behandlung von Erwachsenen und Kindern, die einseitig oder beidseitig ertaubt oder höhergradig schwerhörig sind. Derzeit sind Cochlea-Implantate (CI) die mit Abstand erfolgreichsten Neuroprothesen. Ihre Technologie ist mittlerweile so ausgereift, dass man bei einem (nahezu) ertaubten Menschen in der Regel erwarten kann, dass er nach der Operation und einer entsprechenden Übungszeit verbale Kommunikation auch ohne Mundbild wieder so gut versteht, dass er beispielsweise telefonieren kann. Noch entscheidender sind die Fortschritte für Kinder, die nahezu taub geboren werden und mit den Implantaten ihre Muttersprache und weitere Sprachen lernen können.

Diese Fortschritte sind nur durch intensive Forschungsarbeiten in unterschiedlichsten technischen Bereichen, aber auch durch Forschungsprojekte, an denen Patienten beteiligt waren, möglich geworden. Durch deren Bereitschaft, an Studien teilzunehmen, Programme zu erproben, zusätzliche Tests zu durchlaufen oder Fragebögen auszufüllen, haben die Wissenschaftler immer wieder wichtige Erkenntnisse für Forschung und Entwicklung gewonnen. Die Patienten von heute profitieren also von den Patienten von damals und nutzen gleichzeitig den Patienten von morgen.

Kontakt:
Univ.-Prof. Dr. Annerose Keilmann
Leiterin des Schwerpunkts Kommunikationsstörungen an der HNO-Klinik, Universitätsmedizin Mainz und
Landesrätin für hör-, stimm- und sprachbehinderte Menschen Rheinland-Pfalz
Telefon 06131 17-2190, Fax 06131 17-6623
E-Mail: annerose.keilmann@unimedizin-mainz.de