Lärm: ein Abfallprodukt

Was wir hören, ist Schall. Wenn dieser Schall als unangenehm empfunden wird, spricht man von Lärm. Lärm ist häufig ein Abfallprodukt unserer zivilisierten Gesellschaft: Wir benutzen Maschinen, die fast nie geräuschlos und oft sogar sehr laut sind. So ist nachts an Hauptverkehrsstraßen ein Dauerschallpegel von 65 dB(A) (Dezibel) zu messen. Ab dieser Lautstärke erhöht sich – bei dauernder Belastung – das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Lärm, der uns am Tag oder in der Nacht stört und stresst, kann das Gehör schädigen. Er beeinflusst aber auch unser vegetatives Nervensystem (Durchblutung, Herz-Kreislauf-System, Magen-Darm- Bereich) und kann zu Befindlichkeitsstörungen führen. 
Sehr starker Straßenverkehrslärm bringt es am Tag auf 80 Dezibel. Ab einer Lautstärke von 85 Dezibel sind Hörschäden möglich, wenn wir diesem Lärm 40 Stunden pro Woche ausgesetzt sind. Daher ist ab 85 Dezibel am Arbeitsplatz Gehörschutz vorgeschrieben. Wenn der Lärm noch lauter ist, verkürzt sich die zumutbare Zeitspanne für die Ohren. So ist bei 100 Dezibel – das entspricht der Lautstärke eines Presslufthammers auf der anderen Straßenseite – die „zulässige wöchentliche Schallbelastung“ bereits nach 80 Minuten erreicht. Danach benötigt das Gehör eine lange Ruhepause, um sich zu erholen. 
Nicht alles, was laut ist, wird auch als Lärm empfunden. So ist Motorengedröhne für Rennsportfans keineswegs lästig. Und bei Musik weiß jeder, dass die eigenen Lieblingslieder gerne mal laut gehört werden. Dieser so genannte Freizeitlärm ist besonders gefährlich, da wir ihn als angenehm empfinden, auch wenn er gehörschädigend laut ist.