Kampf dem Rauch – Schutz der Kinder Sieben Tipps für den erfolgreichen Rauchstopp in der Schwangerschaft:

Ein Presseservice des Deutschen Berufsverbandes der Hals-Nasen-Ohrenärzte e. V. vom 23.10.2007

Sie wollen mit dem Rauchen aufhören? Werden Sie doch schwanger! HNO-Ärzte und Gynäkologen gemeinsam gegen Krebs

Jede zweite Frau schafft es, während einer Schwangerschaft mit dem Rauchen aufzuhören. Das ist das Ergebnis einer Studie, über die HNO-Ärzte gemeinsam mit Gynäkologen bei der 41. Fortbildungsveranstaltung der HNO-Ärzte in Mannheim (01. bis 03. November 2007) diskutieren. Sollten also Frauen, die mit dem Rauchen aufhören wollen, „einfach schwanger werden“? Ganz so simpel sehen es Ärzte freilich nicht. Gynäkologin Dr. Regina Rasenack von der Universitäts-Frauenklinik in Freiburg (Breisgau): „Tatsache ist jedoch, dass die Motivation mit dem Rauchen aufzuhören, in der Schwangerschaft ganz besonders groß ist. Allerdings wird es nur dann zu einer Erfolgsgeschichte, wenn es für die Frau eine breite Unterstützung von allen Seiten gibt – von Ärzten verschiedenster Fachrichtungen, von der Hebamme und von der Familie.“

Dafür machen sich HNO-Ärzte und Gynäkologen jetzt gemeinsam stark, zumal Raucherinnen – ähnlich wie Frauen, die einer Pestizidbelastung ausgesetzt waren – ohnehin häufig Schwierigkeiten haben, schwanger zu werden.

Wie kommt es, dass auf einer Fortbildungsveranstaltung von Hals-Nasen-Ohrenärzten eine Gynäkologin auftritt? Dr. Michael P. Jaumann, Vorsitzender des Berufsverbandes der Hals-Nasen-Ohrenärzte: „Wir Ärzte müssen über den Tellerrand unseres eigenen Fachgebiets hinausblicken. Dies gilt ganz besonders, wenn es um den Schutz von Kindern geht.“ Der „Schutz des Kindes“ gehört zum diesjährigen Schwerpunkt-Thema „Kampf dem Rauch – Schutz der Kinder“.

Sieben Tipps für den erfolgreichen Rauchstopp in der Schwangerschaft:
1. Bereiten Sie sich gut auf den Rauchstopp vor.
2. Sprechen Sie mit Ihrem Frauenarzt oder Hausarzt, um Unterstützung und Betreuung zu bekommen.
3. Wenn Ihr Partner ebenfalls raucht: Zu zweit hört sich’s leichter auf!
4. Sie haben Angst, ohne Kippen dicker zu werden? Steuern Sie mit Kaugummi und Obst dagegen.
5. Nutzen Sie Entspannungstechniken wie Yoga oder autogenes Training, um Stress abzubauen.
6. Wenn’s ganz schlimm kommt: Die Kombination von Verhaltenstherapie und Nikotinersatz (Pflaster, Kaugummi) hat sich als erfolgreiche Entwöhnungsmethode erwiesen.
7. Lassen Sie sich von Rückfällen nicht entmutigen: Versuchen Sie es immer wieder. Mit jedem Mal steigen die Chancen, dass der Rauchstopp klappt!

In Deutschland rauchen ein Drittel aller Frauen am Beginn einer Schwangerschaft. Wer es nicht schafft, aufzuhören, geht gehörige Risiken ein: Plazenta-Ablösung, daraus folgend ein bis zu dreifach hohes Risiko für vorgeburtlichen Kindstot. Das Risiko für Mutter und Kind, dass Allergien zutage treten oder verstärkt werden, steigt enorm. Sind bei den (rauchenden) Eltern Allergien bekannt, gilt es geradezu als sicher, dass das Kind mit hoher Wahrscheinlichkeit an Allergien leiden wird. Kinder von rauchenden Müttern sind überdies bei der Geburt häufig zu leicht, das Risiko, dass das Baby ein Mangelkind ist, ist fast doppelt so hoch wie bei Nichtraucherinnen. Die gute Nachricht: „Schafft es die Frau, zu Beginn der Schwangerschaft dasRauchen aufzugeben, sind kaum noch Gewichtsunterschiede festzustellen“, so Frauenärztin Dr. Rasenack.

Raucherinnen haben in der Schwangerschaft eine besonders starke Motivation aufzuhören. Dass es jede zweite Frau schafft, während der Schwangerschaft mit dem Rauchen aufzuhören, ist den Ärzten nicht nur angesichts der Risiken für das Baby noch lange nicht genug: „Da müssen wir alle an einem Strang ziehen: Auf der einen Seite natürlich der Partner und die Familie der Frau.
Aber auch wir Frauenärzte, die Kinderärzte, die Kollegen anderer Fachrichtungen, auch das Pflegepersonal, Hebammen, Sozialpädagogen und Sozialarbeiter müssen Schwangere beim Aufhören unterstützen.“

Am häufigsten schaffen es Frauen, das Rauchen aufzugeben, wenn sie so früh wie möglich dabei unterstützt werden. „Es gibt natürlich auch Rückfälle. Aber da muss man nicht die Flinte ins Korn werfen. Jede nicht gerauchte Zigarette ist schon ein Erfolg.“

Ärzte sollten Frauen nicht nur einfach vom Rauchen abraten, sondern vielmehr Hilfe anbieten, wie man vom Glimmstengel wirklich loskommt, fordert Dr. Rasenack: „Schon wenn die Frau nur fünf Mal beraten wurde, schaffen es bis zu 70 Prozent der Frauen, mit dem Rauchen aufzuhören.“ Deshalb ist es ihr so wichtig, dass Frauen von allen Seiten Hilfe bekommen, wenn sie mit dem
Rauchen aufhören möchten – nicht nur von Gynäkologen. Und deshalb auch die gemeinsame Aktion mit den HNO-Ärzten.