Einblicke in frühere „Praxiswelten“

Neue Ausstellung im Berliner Medizinhistorischen Museum

Das Berliner Medizinhistorische Museum der Charité (BMM) nimmt seine Besucher mit auf eine Reise in die Geschichte der ärztlichen Praxis. Die neue Sonderausstellung „Praxiswelten“ erzählt davon, wie Ärzte und Patienten sich im 17. bis 19. Jahrhundert jenseits des Krankenhauses begegnet sind. Welche Vorstellungen hatten sie darüber, wie der Körper funktioniert, was Krankheit erklärt und was gegen sie hilft?

In der neuen Ausstellung „Praxiswelten“ inszeniert das BMM acht Arztpraxen aus den vergangenen drei Jahrhunderten. So begegnen die Museumsbesucher beispielsweise einem anhaltinischen Stadtarzt, einem Südtiroler Bergdoktor und einem Schweizer Heiler sowie ihren Patienten. Die handschriftlichen Krankenjournale der Ärzte bieten die Grundlage für die Rekonstruktion der verschiedenen Fälle. Anhand seltener historischer Objekte wie einem Zahnamulett, einem Harnschauglas und einer Totenkrone erfahren die Museumsbesucher weit mehr über den früheren Praxisalltag als nur, welche Diagnose ein Arzt stellte und was er seinem Patienten verschrieb.
Die Ausstellung zeichnet nach, wie sich vom 17. bis zum 19. Jahrhundert im deutschen Sprachraum ein breites Spektrum ganz eigener Praxisformen gebildet hat. „Die ärztliche Meinung fand dabei nicht bedingungslos Gehör. Auch überliefertes medizinisches Volkswissen und der Glaube an magische oder religiöse Praktiken hatten oft eine große Bedeutung für die Kranken“, sagt Prof. Dr. Thomas Schnalke, Direktor des Berliner Medizinhistorischen Museums der Charité.

Die Ausstellung „Praxiswelten“ ist vom 25. Oktober 2013 bis zum 21. September 2014 im BMM zu sehen.

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