Den Seuchen auf der Spur – 200 Jahre Infektionskrankheiten im Kartenbild

Kommt es zum gehäuften Auftreten einer Infektionskrankheit mit hunderten oder tausenden Erkrankten, muss die Ursache möglichst schnell ermittelt werden, um durch entsprechende Maßnahmen eine weitere Ausbreitung und damit weitere Erkrankungen zu verhindern. Karten waren und sind ein zentrales Werkzeug für die Ermittlungsarbeit und die Information der Öffentlichkeit, denn sie zeigen auf einen Blick, wie viele Menschen wo erkrankt sind und auf welchen Wegen sich die Krankheit räumlich ausbreitet. Darüber hinaus sind sie auch Ausgangspunkt für weitergehende Fragestellungen: Warum ist nur ein bestimmter Stadtteil oder ein bestimmter Straßenzug betroffen, wo hat der Ausbruch seinen Anfang genommen?
Diesem Thema widmet sich erstmals eine Ausstellung, die gemeinsam vom Niedersächsischen Landesgesundheitsamt, der Deutschen Gesellschaft für Kartographie und der Staatsbibliothek Berlin – Preußischer Kulturbesitz zum 60. Deutschen Kartographentag und der INTERGEO in Hannover (9. bis 11. Oktober 2012) organisiert wurde. Die ausgestellten Karten zeigen, wie sich die Thematische Kartographie in den vergangenen 200 Jahren im Hinblick auf die eingesetzten Methoden und Techniken verändert hat. Doch die Karten sind darüber hinaus auch ein Spiegelbild der Zeit, in der sie entstanden sind, des Erkenntnisstandes in der Medizin und weiteren Wissenschaften sowie der politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen.