Ballon-Katheter bereichert HNO-Operationen. Neue Methode schafft Hilfe bei chronischer Entzündung

Eine Pressemitteilung 23.10.2008 der Deutschen Fortbildungsgesellschaft der Hals-Nasen-Ohrenärzte mbH Haart 221 * 24539 Neumünster

Ein kleiner Ballon bereichert die HNO-Chirurgie: Nur fingerbreit und drei Zentimeter lang, hilft der Ballon-Katheter Patienten mit chronisch entzündeten Nasennebenhöhlen – meist ambulant. Die Deutsche Fortbildungsgesellschaft der Hals-Nasen-Ohrenärzte will bei ihrer 42. Fortbildungsveranstaltung in Mannheim (29. Oktober bis 01. November 2008) nun über die neue Methode aufklären.

„Millionen Bundesbürger leiden unter einer chronischen Entzündung der Nasennebenhöhlen“, sagt Professor Dr. Jochen Alfred Werner, Direktor der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde der Universität Marburg. „Der kleine Ballon-Katheter scheint eine Bereicherung für die Hals-Nasen-Ohrenmedizin! Die Methode ist unblutig und nicht so belastend wie ein chirurgischer Eingriff.“

Die Patienten müssen die Materialkosten von bis zu 2.500 Euro bislang allerdings selbst tragen.

„Mit den Krankenkassen laufen Gespräche, die Kosten für diesen Eingriff zu übernehmen, womit ein wichtiger Dialog angestoßen ist“, so Professor Dr. Jochen Alfred Werner. Die HNO-Methode, die in den USA boomt, könnte zukünftig auch in Deutschland Erleichterung für viele Patienten bringen, die an chronischer Nasennebenhöhlen-Entzündungen leiden. Der Marburger Mediziner hat selbst bislang mehr als 30 Ballon-Eingriffe seit Ende 2007 vorgenommen, in den USA wurden in den vergangenen zwei Jahren rund 20.000 Patienten behandelt. „Die Ballon-Sinuplastik ist ein schonendes Verfahren und eine sehr gute Ergänzung zu den bewährten Methoden“, so Prof. Dr. Jochen A. Werner. Jeder siebte Deutsche ist einmal im Jahr von der schmerzhaften Erkältungskrankheit betroffen.

Bei dem viel versprechenden ambulanten Einsatz des Ballon-Katheters, der unter Röntgenkontrolle durchgeführt wird, schieben die Ärzte einen Spezialkatheter in die verstopften Nebenhöhlen. An der Spitze dieses dünnen Drahtes sitzt der Ballon, der unter hohem Druck aufgepumpt wird. Auf diese Weise wird der Knochen auseinandergepresst und der enge Gang der Stirn-, Nasen- oder Kieferhöhlen erweitert.